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Charles & Ray Eames Möbel & Accessoires - Lassen Sie sich inspirieren

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Zwei Namen, an denen in der Designwelt kein Weg vorbei führt

Wenn Sie Design lieben, gerne in Einrichtungsblogs stöbern und in Möbelkaufhäusern ganze Nachmittage verbringen können, wird Ihnen der Name Eames nicht gänzlich unbekannt sein. Vielen ruft er wahrscheinlich sofort ihre wohl bekanntesten Kunstwerke, den Eames Lounge Chair oder den Eames Plastic Chair ins Gedächtnis. Die Familie Eames seht jedoch für sehr viel mehr als lediglich weltberühmte Möbelerzeugnisse und fasziniert in zahlreichen Facetten. Wir haben Ihnen hier einen kurzen Überblick zusammengestellt. Die folgende Übersicht hilft Ihnen, zwischen den Kapiteln zu navigieren:

Die Biographien von Charles und Ray Eames

Charles Eames - Vater, Reisender, Preisträger (1907 - 1978)

Der wohl mit Abstand einflussreichste US-amerikanische Architekt und Designer des 20. Jahrhunderts wurde am 17. Juni 1907 in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri geboren. In einer damals stark wachsenden Kleinstadt entschloss sich Charles seine Passion weitergehend zu vertiefen und schrieb sich für den Studiengang Architektur an der Washington University in St. Louis ein. 1930 - das 23. Lebensjahr von Charles war bereits mit sehr vielen Ereignissen verbunden: Seine Ehe mit seiner ersten Frau Catherine Woermann bestand gerade seit einem Jahr, als seine Tochter Lucia Dewey Eames zur Welt kam. Die Ernährung der frisch gebackenen Familie im Sinn, eröffnete Charles noch im gleichen Jahr sein erstes Architekturbüro. Aber auch die Annahme eines jeden Auftrags brachte die Familie nicht aus der kritischen Finanzsituation. Gloria Koenig schreibt in ihrem Werk über Eames, dass ihn diese Lage gar zu der Entscheidung brachte, im Jahre 1933 mit weniger als einem Dollar an Bargeld nach Mexiko zu reisen. Seine Frau sowie seine zu diesem Zeitpunkt dreijährige Tochter Lucia schickte er zu Catherines Eltern. Die Kultur sowie die Farben des erkundeten Mexikos, in dem er Bilder gegen Lebensmittel tauscht, prägten Charles so sehr, dass diese Erfahrungen seine späteren Werke beeinflussen sollten.

Nach einiger Zeit bekam Charles schließlich im Jahre 1938 ein Stipendium an der Cranbrook Academy of Work zugesprochen, das sein gesamtes weiteres Leben verändern sollte. Nicht nur wurde dieses bereits im Folgejahr zu einem Lehrauftrag für Design weitergeführt. Auch gewann er 1940 mit Eero Saarinnen den „Organic Design in Home Furnishings“-Wettbewerb, der vom Museum of Modern Art in New York verliehen wurde. An der Universität in St. Louis war man von der Arbeit von Charles Eames derart überzeugt, dass er noch im Jahr seiner Auszeichnung zum Leiter der Abteilung für Industriedesign der Cranbrook Academy of Art ernannt wurde.

Der Eames Lounge Chair

Beruflich lief es für Charles fabelhaft - in seiner Ehe hatte er jedoch zunehmend mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Wie und ob das bereits mit seiner zukünftigen Frau Ray Kaiser zu tun hatte, die im Jahr 1940 die Academy of Art in Cranbrook besuchte, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Aus der Anfangsphase der Liebesgeschichte zwischen Charles und Ray ist lediglich der Heiratsantrag und das Jahr der Hochzeit 1941 bekannt. Im gleichen Jahr war seine Ehe mit Chaterine gescheitert. Charles hielt mit einem Brief an Ray um Ihre Hand an, in dem er ihr nicht nur seine aufrichtige Liebe gestand, sondern auch direkt nach ihrer Ringgröße fragte.

Zusammen mit Ray startete Charles eine beispiellose Karriere - mit der Kreation zahleicher Möbelstücke, die noch heute mit an der Spitze der Designwelt stehen. Eine Zusammenfassung ihrer gemeinsamen beruflichen Laufbahn findet sich im Kapitel Die Karriere von Ray und Charles Eames.

Ray Kaiser (später Eames) - ihr Talent äußerte sich bereits im Alter von 3 Jahren

Der Eames Lounge Chair

Dass Ray (geb. Bernice Alexandra Kaiser, 1912 in Sacramento, Kalifornien) ein besonderes Talent hat, merkte man ihr bereits im Alter von 3 Jahren an, als ihre außerordentliche Begabung zum Zeichnen entdeckt wurde. Ihren Werten treu bleibend führte ihr Lebensweg sie über die May Friend Bennet School in Millbrook (New York) nach Manhattan, wo sie bis 1939 bei Hans Hofmann, einem bedeutenden deutsch-US-amerikanischen Maler, Lehrer und Kunstprofessor, Malerei studierte. Mit der Intention, sich in Kalifornien nieder zu lassen, machte Ray Kaiser 1940 einen Zwischenstop an der Cranbrook Academy of Art, um ein viermonatiges Designstudium anzutreten. Ein Zwischenstopp, der ihr Leben veränderte: denn während ihrer Arbeit mit Eero Saarinnen und den Vorbereitungen der Schaubilder für den "Organic Design in Home Furnishing"-Wettbewerb - ausgerichtet vom Museum of Modern Art - lernte sie Charles Eames kennen.

Die Hochzeit der beiden im Jahre 1941 verband nicht nur zwei liebende Personen, sondern läutete zudem eine perfekt funktionierende Zusammenarbeit in der Design-Welt ein. Ray - weitestgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit - fungierte als kreativer Teil neben einem technisch agierenden Charles Eames. Im Jahr 1988 verstarb Ray Eames, 10 Jahre nach ihrem Mann Charles,im Alter von 76 Jahren.

Ein anhaltender Höhenflug - die Karriere von Ray und Charles Eames

Als erste gemeinsame Projekte erarbeiteten Ray und Charles von 1941 bis 1943 Entwürfe von Flugzeugteilen, Tragen und Beinschienen aus verformten Schichtholz für das Militär im Auftrag der US-Regierung.

Bereits in dieser Zeit war klar: Als Eames achtete man sehr auf seine Entwürfe - nahm sich viel Zeit für Details und strebte stets eine Reduzierung auf das Wesentliche an. Charles Eames teilte diese Auffassung einst mit den Worten "Jene Bedürfnisse und Designs, die eine eher universelle Qualität haben, werden zur Dauerhaftigkeit tendieren" mit.

Der erste Stuhl in Serienproduktion

Vitra Plywood Group LCW

So ließen auch die ersten maßgeblichen Erfolge von Charles Eames nicht lange auf sich warten: die Entwürfe des sogenannten "Organic Chairs" erzielten beim "Organic Design in Home Furnishings" Wettbewerb erste preisgekrönte Ergebnisse. Dass der Stuhl es jedoch nicht in die Massenproduktion schaffte, lag an der damals schwierigen Fertigung hinsichtlich technischer Machbarkeit. Vitra bietet zum heutigen Zeiptunkt den Vitra Organic Chair an, der mit seiner einzigartig geformten Sitzfläche dem Entwurf von 1940 nachempfunden ist. Zurück im Jahr 1940 gelang eine Produktion in größeren Stückzahlen erst mit der Plywood Group. Man trennte Sitz und Rücken voneinander und benutzte separate Sperrholzschalen. Die von Vitra aufgenommene Produktion der Plywood Group Ende der 1950er Jahre umfasste neben einem Stuhl einen formal gleichen, aber etwas niedrigeren Sessel und mehrere Couchtische.

Experimente mit Fiberglas

Erste Erzeugnisse der Eames-Fiberglas-Produktion

In der weiteren Folge experimentierte das Ehepaar zunehmend mit der Verwendung von Fiberglas als Material. Nicht nur aufgrund seines vergleichsweise günstigen Preises - auch aufgrund seiner Materialbeschaffenheit war Fiberglas das optimale Material: auf teures Metall konnte bei ebenso unbegrenzten Möglichkeiten in der Verformung verzichtet werden. Der flüssige Kunststoff wurde einfach über geeignete Pressen in die favorisierte Form gebracht. Das Ergebnis war der erste einteilige Schalensitz. Heute sind besonders der Vitra DSR und der Vitra DAR als Nachkommen dieser Stühle bekannt. Zur Schonung der Umwelt wechselte Vitra als Ersatz für Fiberglas bzw. Kunstharz in der heutigen Produktion auf das verträglichere, recyclebare Polypropylen.

Der Lounge Chair

Der Eames Lounge Chair

Der Lounge Chair ist das wohl bis heute am höchsten geachtete Meisterwerk der Eames. 1956 stellten Ray und Charles den - ihrer Sorgfaltspflicht entsprechend mit mehreren Jahren Entwicklungsarbeit verbundenen - Lounge Chair vor. Ursprünglich als Geburtstagsgeschenk für den Regisseur Billy Wilder gedacht, entwickelten Ray und Charles Eames eine moderne Interpretation des Clubsessels in hochwertigster Ausführung:

  • Sowohl der Ottomane, der mit dem Lounge Chair ausgeliefert wird, als auch dieser selbst verfügen über Schichtholzschalen, die auf einem beweglichen und drehbaren Stahlfuß gelagert sind.
  • Optimaler Komfort bietet der Sessel durch die Verbindung der oberen Schichtholzschale mit der mittleren über einen gummigelagerten Metallträger - so ist der Sessel noch besser gefedert.

Ein Design, das über Vitra nicht nur in die Wohn- und Arbeitszimmer besonders bewusster Einrichtungen gebracht wird, sondern auch Teil vieler ständiger Ausstellungen, beispielsweise der des Museums of Modern Art in New York oder der National Gallery of Victoria in Melbourne, geworden ist.

Nach dem Erfolg des Lounge Chair widmeten sich Charles und Ray wieder Experimenten mit unterschiedlichen Materialien. Nach ihrer Aluminium Chair Reihe (u.a. EA 101 oder EA 104) konnte man den Zuschlag für den Auftrag zur Ausstattung der Lobby des Rockefeller Centers in New York für sich gewinnen. In dieser Zeit setzten die Eames mit Ihren Stühlen ein bis heute anhaltenden Inbegriff amerikanischen Designs.

Das Erbe der Eames

Die Vision der Eames

Das Insektenkunde-Foto

Das Ehepaar Eames verbindet Architektur und Design in einem vollkommenen Maße. Zwar wurde bereits angesprochen, dass meist nur Charles in den Medien erwähnt wird, seine Frau Ray jedoch einen sehr großen Einfluss auf einige der bekannstesten Entwürfe hatte. Auf den Spuren organischer Strukturen wurden sie beeinflusst von Künstlern wie Paul Klee, Joan Miró oder Alexander Calder und legten mit Ihren Möbelstücken eine anmutige Ästhetik an den Tag, die sich bis heute aufgrund ihres unaufdringlichen Designs größter Beliebtheit erfreut.

Das Ehepaar war stets so vertieft in die eigene Arbeit, dass diese sie manchmal sprichwörtlich fesselte. Im Umgang mit ihnen wurde einem schnell klar, wie sehr sie das Design lebten. So versuchte man beispielsweise häufig auf den Produktfotos aufzutauchen: ein Schauspiel, bei dem man Charles und Ray Eames nicht nur ihren ungeheuren Spaß an der Arbeit ansah, sondern den Menschen auch das moderne Design näher brachte, dessen Akzeptanz förderte und Unsicherheiten hinsichtlich der neuen Möblestücke nahm. So entstand beispielsweise auch ein überaus bekanntes Foto von Ray und Charles Eames, das beide unter Untergestellen der Plywood Group zeigt - besser bekannt als das "Insektenkunde-Foto".

Die Zusammenarbeit mit Vitra

Was für Vitra-Gründer Willi Fehlbaum mit seinem ersten USA-Besuch im Jahre 1953 anfing, sollte in einer höchst profitablen Kooperation enden: Während einer Taxifahrt war der Vitra-Gründer von einem im Schaufenster einer Ladentheke platzierten Stuhl derart begeistert, dass er den Wagenführer umgehend zum Anhalten aufforderte. Der Stuhl, der bis dahin unter der Lizenz des Prduzenten Hermann Miller lag, sollte nach Europa. In einer Vorsprache bei dem Produzenten erwirkte er schließlich die Übertragung der Produktionsrechte im Jahre 1957. Diese Lizenz bezog sich in erster Instanz auf die exklusive Herstellung der Designermöbel von Charles und Ray Eames, wurde aber 1984 um die weiteren Rechte für das gesamte Eames Produktsortiment erweitert. Dem Vertrieb in Europa und dem Mittleren Osten stand nichts mehr im Wege. Die Arbeitsbeziehung zwischen Willi, seiner Frau Erika Fehlbaum und den Eames gestaltete sich derart angenehm, dass die Eames zu guten Freunden der Familie wurden und auch die Vision von Vitra durch ihre Einstellung nachhaltig prägten. So geht man bei Vitra noch heute stark nach dem Vorbild von Charles Eames vor.

Das Eames House und verbliebene Designstudien

Vitra Design Museum

Nicht nur in Amerika haben die Eames begeistert. Auch in Deutschland finden sich - durch die Bemühungen von Willi Fehlbaum - ihre Einrichtungsgegenstände in Reichstag, Bundeskanzleramt und vielen Wohnzimmern wieder. Zusätzlich gebührt dem Unternehmen rund um den Gründer Willi Fehlbaum besonders aufgrund der Erhaltung des Eames-Werkes große Ehre - denn im Archiv des Vitra Design Museums werden Materialstudien, Werkzeuge und Fotografien der Eames sicher verwahrt.

Auch das Haus der Eames, besser unter dem Namen Case Study Nr. 8 bekannt, ist erhalten geblieben. Es folgt der Idee einer von der Zeitschrift "Arts & Architecture" gestarteten Initiative, mit der man den Menschen 1945 in der Nachkriegszeit eine neue Möglichkeit des Wohnens zeigen wollte. Zum heutigen Zeitpunkt ist das Haus, für das Ray und Charles Eames zum Zeitpunkt des Baus alles aufgegeben hatten, noch immer in Familienbesitz.