Der italienische Designer und Illustrator Enzo Mari wurde 1932 in Novara geboren, studierte von 1952 bis 1956 Literatur und Kunst an der Brera-Akademie in Mailand und bildete sich parallel als Autodidakt in Design aus.
Ab 1956 arbeitete Mari als freier Industrie- und Grafikdesigner, zunächst für Danese (Metall-, Marmor- und Kunststoffobjekte) und Driade (Möbel- und Textilentwürfe), dann auch für Gabbianelli, wo er ausgefallene Wandfliesen schuf.
1963 koordinierte Mari die italienische Künstlergruppe „Nuove Tendenze“ und nahm an der Biennale in Venedig und an der Triennale in Mailand teil. Seit 1963 unterrichtete Mari an verschiedenen Instituten und Universitäten, darunter an der Scuola Umanitaria in Mailand, am Institute of Art in Rom oder an der Universität von Parma.
Als Designtheoretiker hat Mari verschiedene Bücher über Ästhetik, die Methoden der Wahrnehmung und des Entwurfs sowie über die Funktion des Künstlers in der modernen Gesellschaft geschrieben; seine Entwürfe und Forschungsarbeiten wurden weltweit in bedeutende Designsammlungen aufgenommen, etwa ins Museum der Moderne in Stockholm, ins Amsterdamer Stedelijk Museum, ins Institute of Fine Arts in Sydney oder ins Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg.
Nachdem Mari während des Studiums mit Entwürfen dreidimensionaler Objekte begonnen hatte, schuf er Anfang der 60er-Jahre seine ersten Spiele und Objekte (bekannt wurde vor allem sein Fabelspiel mit 45 verschiedenen Figuren und Symbolen).
Seine berühmtesten Möbelentwürfe sind der Stuhl „SofSof“ und der mit dem Compasso d'Oro ausgezeichnete Stuhl „Delfina“.
Für Driade schuf Mari u.a. die Tische „Cugino“ und „Frate“ und für Zanotta den Kleiderständer „Museo“.
Für Danese entwarf Mari seit Beginn der 60er-Jahre Wohn-Accessoires wie Schirmständer, Kleiderständer, Stand- und Wandaschenbecher sowie zahlreiche Schreibtischaccessoires, darunter seine berühmten Kalender „Calendario Bilancia“ und „Formosa“.© Königsdorfer Medienhaus, Frechen

