Über Stefano Giovannoni
Der italienische Designer und Architekt Stefano Giovannoni wurde 1954 in La Spezia geboren. Nach seinem Studium an der Universität Florenz erhielt Giovannoni verschiedene Lehraufträge und begann mit ersten Versuchen im Bereich Design.
Im Jahr 1985 gründete Giovannoni dann mit Guido Venturini das Studio King-Kong, das sich vor allem mit dem Design von Haushaltsgegenständen, Innenräumen und Mode beschäftigte. 1989 gelang es den beiden, mit der Entwicklung der Accessoires-Serie für den täglichen Gebrauch Girotondo (für Alessi) weltweit Aufsehen zu erregen.
Stefano Giovannoni ist allerdings auch außerhalb des Studios King Kong äußerst erfolgreich für zahlreiche namhafte Unternehmen tätig. Für Magis entwickelte er den Hocker Yu-Yu, auch bei Seiko, Cappellini, Saab, etc. konnte er mit seiner Arbeit überzeugen.
Gemeinsam mit Rumiko Takeda entwarf er die farbenfrohe Fruit Sugar Bowl Zuckerdose.
Stefano Giovannonis legt bei seinen Entwicklungen großen Wert auf witziges Design. Seine Produkte bestechen durch unkonventionelle Ausführungen und absolute Funktionalität.
Da ist es nicht verwunderlich, dass viele seiner Werke in der permanenten Ausstellung des Centre Georges Pompidou in Paris zu sehen sind.
Über Magis
Magis hat Wohndesign einen neuen Impuls gegeben, indem die Firma Spitzentechnologie und Massenproduktion miteinander vereinte.
Die Firma wurde 1976 im wirtschaftlich florierenden Nordosten Italiens von Eugenio Perazza, einem Newcommer der Möbelindustrie, gegründet. Magis ist heute ein riesiges, internationales Designlabor, das seine Fähigkeiten immer wieder aufs Neue unter Beweis stellt, nach technologischer Perfektion strebt und die Individualität seiner Mitarbeiter zu schätzen weiss.
“Nutze den Tag“, so lautet das Motto von Magis. Das Unternehmen beherbergt international führende Designer (Richard Sapper, Jasper Morrison, Stefano Giovannoni, Marc Newson, James Irvine, Konstantin Grcic, Ron Arad, die Bouroullecs und viele andere) und schafft es, deren Kreativität in Spitzenprodukte umzusetzen.
Das Unternehmen erntete sogar Ruhm von “Wallpaper“, der Trendsetter Bibel, die Perazza an die Spitze ihrer Liste der “Zehn, die unseren Lebensstil ändern werden“ setzte.Der Unternehmenskatalog ist heterogen und oftmals unterteilt in Technologiefamilien, die von den einzelnen Designern nach einem jeweils klaren Konzept gestaltet werden.
Magis Tempo bestimmende Neuinterpretation von einfachen, aus Kunststoff gefertigten Haushaltsartikeln, ist dafür ein typisches Beispiel: “Step” (1984) ist eine klappbare Stehleiter, die von Andries und Hiroko van Onck entworfen wurde. Der Barstuhl “Bombo” (1997), mit seinem verspielten Design, entworfen von Giovannoni, warf riesige Gewinne für das Unternehmen ab.
Magis ist ein fabrikfreies Unternehmen. Um die Flexibilität seiner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu erhöhen, hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, die Produktion auszulagern und arbeitet statt dessen mit regionalen Vertragspartnern zusammen.
Der “Air-Chair” (2000) von Jasper Morrison beispielsweise, kombiniert scheinbar einfaches Design mit dem hochkomplizierten Prozess des Spritzgiessens. “Chair_One” (2003) ist ein Stuhl aus Aluminiumdruckguss mit integriertem Rahmen und Skelett, entstanden durch das Talent eines Konstantin Grcic. Mit diesem Design hat sich das Unternehmen neue Produktionsziele gesetzt und verfügt damit “das Ende des Diktats von Plastik”.
Eine der letzten Zuwächse zur klassischen Kollektion des Unternehmens ist eine neue Serie mit dem Namen “Fuoritema”, die eine kreative Brücke zur heutigen Zeit schlägt mit Artikeln, wie z.B. Michael Youngs “Magis Dog House” (2002). Die Herausforderung, die in Zukunft vielleicht auf Magis zukommt, ist die Rückkehr zur Einfachheit, trotz der Komplexität der modernen Technologie. 2004 brachte Magis eine neue Kollektion von Objekten und Möbelstücken heraus für Kinder zwischen 2 und 6 Jahren ,mit dem Titel Me Too. 9 Designer entwarfen über 20 Objekte. Es ist keine reine Verkleinerung der Erwachsenenwelt, sondern soll vielmehr ein Übergangsstadium darstellen. Es sind Einrichtungsgegenstände, die das Gefühl ansprechen, die die Wahrnehmung der Kinder anregen und ihnen dabei helfen sollen, sich die Dimensionen der Erwachsenenwelt zu erschliessen.
Es ist ein Ausdruck der Liebe und heisst die Kleinen in dieser Welt willkommen, auf eine intelligente Art und Weise. Und so der Titel „MeToo“ (Ich auch): Ich bin jetzt auch hier, und verdiene meinen Platz zwischen allen Anderen. Entstanden ist diese Idee durch Eugenio Perazzas leidenschafltiche Neugierde und durch gründlichen Recherchen. Nur weil man mit Kindern spielen kann, kann man ihnen noch lange nichts vormachen.
Ein Projekt braucht aber auch Richtlinien, und so wurde Me Too durch den erfahrenen Londoner Pädagogen Edward Melhuish geleitet. Er war von Beginn an beteiligt bei der Definition der Themen und wertete nach und nach jeden Vorschlag aus. Ausgewählt wurden dabei nur solche, die sowohl positve, als auch pädagogische Werte beinhalteten. Magis und Kunststoff Magis ist jetzt 30 Jahre alt. Bis noch vor kurzem war Magis eine der wenigen, die Objekte aus Kunststoff fertigten. Heute ist die Anzahl der Hersteller beträchtlich gestiegen. Aber dennoch nutzt Magis die fortschrittlichsten Produktionsmethoden und Technologien. Es war der erste Hersteller, der das Spritzgiessen auch bei ästhetischen Objekten anwendete. Auch wenn das Unternehmen mittlerweile mit anderen Materialien experimentiert, z.B. mit Aluminiumspritzguss, Aluminiumblechen und Holz, wird Kunststoff immer das Vorzeigematerial von Magis bleiben.
Magis Qualitäten
Das Unternehmen ist für die Zukunft perfekt aufgestellt, denn es entwickelt gute Projekte und verfügt darüber hinaus, als einem der entscheidenden Bestandteile, über ein reichhaltiges, geistiges Eigentum. Herausragende Designer, ein exzellentes Designteam und eine hervorragende Vertriebskette. Das Unternehmen ist gekennzeichnet durch die Vielfältigkeit seines gestalterischen Ausdrucksvermögens, die Tatsache, dass ein Projekt einen tieferen Sinn haben muss und dass Ethik über Ästhetik dominiert. Es bedarf 3-4 Jahre, um die Idee für ein Projekt in ein fertiges Produkt umzusetzen.
Magis nimmt sowohl schwierige,als auch komplexe Projekte in Angriff und ist bereit, auch hohe Risiken dabei einzugehen. Projekte finden erst dann einen Abschluss, wenn sie durch Experimentierfreudigkeit ein technisch hohes Niveau erreicht haben. Magis und DesignerMagis arbeitet mit sehr bekannten Designern zusammen, war aber auch schon immer offen für junge Designer, die noch am Beginn ihrer Karriere.
Jean-Marie Massaud und Jerszy Seymour beispielsweise gaben ihr Debut in der Designszene, aufgrund der Möglichkeit, die Magis ihnen dazu bot. Im Moment entdeckt Magis eine neue Passion und sucht sich gezielt frühere Designikonen, um diese der Kollektion bezufügen. Da gab es beispielsweise ein Intemezzo mit Charlotte Perriand, neue Designkapittel werden auch mit Robin Day, einem Genie des englischen Designs. Oder mit Eero Aarnio, einem finnischen Designgenie und Pierre Paulin, einem französischem Designgenie. Kopien und Immitationen. Das ist der Preis des Erfolges. Um die Wahrscheinlichkeit, kopiert zu werden, zu reduzieren, muss man die Möglichkeinen dazu stark einschränken. Es bedarf komplexer Projekte mit innovativen Höhepunkten und grossen technischen Investitionen.
Man braucht Formen und Anlagen mit hohem technischen Anspruch (Technik ist die Fähigkeit eines Unternehmens, Technologie umzusetzen). Ein guter Vertrieb spielt dabei ebenso eine Rolle, um sich vor Firmen zu schützen, die ausschließlich designorientierte Produkte für ihre Kopien heraussuchen. Produkte, wie z.B. Mee Too, aber aussen vor lassen. 1976 Magis wird gegründet.1984 war das Jahr der Leiter „Step“, einem Projekt von Andries und Hiroko van Onck. Viele rümpften die Nase, als die Leiter erstmals heraus kam, denn ein Möbelhaus war ja nicht der richtige Platz für eine Leiter, schliesslich war der Ort, an dem man eine Leiter vermuten sollte, ein Baumarkt. Dann nahmen die Dinge ihren Lauf und „Step“ wurde ein Erfolg, speziell in Möbelhäusern. Es war das erste Produkt, dass Magis den zündenden Anstoss gab, sowohl im Hinblick auf Design, als auch auf den wirtschaftlichen Erfolg.
Innerhalb von 20 Jahren wurde diese Leiter eine Million mal produziert. Sie wurde unzählige Male kopiert, sogar von hochwertigen Firmen. 1994 war das Jahr von Bottle, Jasper Morrisons erstes Projekt für Magis. Es war ein Objekt, das uns sehr viel Ruhm einbrachte, nachdem wir unzählige Designpreise dafür erhielten und von mehreren zeitgenössischen Museen in deren Präsenzausstellungen aufgenommen wurden, darunter beispielsweise das MoMa in New York und das Victoria and Albert Museum in London. 1994 war auch das Jahr von „Lyra“, einem Hocker, entworfen von Design Group Italia. Lyra hat zwar weder den Compasso D’Oro gewonnen, noch einen anderen Designpreis, noch steht er in irgendeiner Präsenzausstellung irgendeines Museums, dafür allerdings hat er den strengsten aller Tests mit Bravour bestanden: die Umsatzzahlen bestätigten ihn als den grössten Bestseller. 1996 war das Jahr von Stefano Giovannonis „Bombo“, einem herausragendem wirtschaftlichen Erfolg, der internationales Ausmaß erreichte und immer noch hohe Verkaufszahlen erreicht. Er wurde aussergewöhnlich oft kopiert und imitiert. Aber Bombo bleibt Bombo. Kopien von Bombo sind ein Kapitel für sich, aber sicherlich keines über Kreativität und Design. 2000 war das Jahr von Jasper Morrisons „Air-Chair“, einem technologisch hochentwickelten Projekt. Es war weltweit der erste Stuhl mit einer einteiligen, spritzgegossenen Sitzschale. Sicherlich wird er zu den Designklassikern von Morgen zählen. 2001 war das Jahr von Michael Youngs „Dog House“. Ein Erfolg, zwar nicht aus kommerzieller Sicht, aber aus Sicht der Medien. Das Medieninteresse, das ihm beigemessen wurde, war überwältigend und kam aus allen Richtungen. 2003 war das Jahr von „Chair_One“, entworfen von Konstatin Gricic. Ein höchst innovatives Projekt. Es ist ein gutes Beispiel für die moderne Anwendung von Aluminiumdruckguss. Durch die extreme Reduzierung des verwendeten Materials, wurde ein Objekt erschaffen, das durch sein minimalistisches Design besticht.Dieser Stuhl bekam exzellente Kritiken und brachte einen grossen wirtschaftlichen Erfolg mit sich.
2004 war das Jahr von „Me Too“, einer Kollektion von Objekten und Möbel für Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren. Me Too wurde entworfen und ausgeführt von Designern, die die Welt mit den Augen eines Kindes sehen.
2005 war das Jahr der „Striped“- Familie, entworfen von den Bouroullec Brüdern, hergestellt aus transparentem Polyamid. Es war ebenso das Jahr von Naoto Fukasawas Déjà-vu Hocker aus poliertem Aluminiumdruckguss. Beide Produkte zeigen, dass Magis unentwegt auf der Suche nach neuen Materialien und Formen ist. 2006 präsentierte Magis 21 neue Produkte auf der Mailänder Möbelmesse und somit die womöglich grösste jährliche Ausbeute in der 30-jährigen Unternehmensgeschichte, die einen 3-jährigen Designzyklus beinhaltet.
Aus diesem Zyklus stammt auch der Stuhl „ First“ von Stefano Giovannoni. Der Name First stammt daher, dass dieser Stuhl der erste Stuhl aus Spritzguss war, bei dem das Aushölen des Rahmens nicht nur auf das Volumen der rohrförmigen Teile angewandt wurde, sondern auch auf das komplexe und ausgedehnte Volumen des Stuhls und der Rückenlehne.
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